Eigentlich wollte ich schon länger einen Beitrag zu diesem Thema schreiben, aber es hat sich nie so ergeben. Ich besitze bereits drei selbstgebaute Katzentoiletten, habe damals aber leider nicht dokumentiert, wie ich sie gebaut habe.
Nun bekommt eine meiner Freundinnen bald zwei kleine Kätzchen und war noch auf der Suche nach einer passenden Katzentoilette. Da ich weiß, dass man im Tierhandel kaum eine Toilette findet, die den artgerechten Bedürfnissen von Katzen entspricht (die sind alle viel zu klein dort), habe ich ihr empfohlen, selbst eine zu bauen.
Wer lieber eine kaufen möchte, kann sich natürlich meinen Artikel zu den besten XXL-Katzentoiletten anschauen. Eine selbst zu bauen ist aber viel günstiger und sieht, wie ich finde auch noch recht gut dabei aus.
Was macht eine Katzentoilette zur perfekten Katzentoilette?
Erstmal noch ein bisschen Hintergrundwissen. Die perfekte Katzentoilette hat zwei wesentliche Eigenschaften:
- Sie ist groß.
- Sie ist oben offen.
Eine Katzentoilette sollte mindestens 1,5-mal so lang und breit sein wie die Katze selbst, damit sie sich gut drehen und scharren kann, ohne überall anzustoßen oder in ihre eigenen Hinterlassenschaften zu treten.
Wenn man sich im Fressnapf oder einem anderen Tierhandel eine normale Katzentoilette anschaut, stellt man schnell fest: Sie sind alle sehr klein. Das 1,5-fache einer Katze sind ca. 75 cm Zentimeter, und da wird es schwierig, eine passende im Handel zu finden.
Die meisten handelsüblichen Toiletten haben einen Deckel oder eine Klappe, die als Schwingtür den Eingang blockiert. Mit einem Deckel können Katzen sich nicht komplett aufrichten, während sie ihr Geschäft verrichten, was für sie unangenehm ist. Aus Menschensicht sind Deckel und Klappe natürlich sinnvoll, weil sich das Streu nicht so sehr verteilt und weniger Geruch austritt. Für eine Katze ist das jedoch unpraktisch. Der ganze Geruch staut sich darin, und Katzennasen sind sehr empfindlich. Das macht die Benutzung unangenehm, vor allem, wenn sie sich dabei auch noch ducken muss.
Das Schöne an dieser DIY-Toilette ist, dass sie oben offen ist und gleichzeitig durch ihre hohen Seitenwände das Herausscharren von Streu verhindert. Natürlich kann vorne am Eingang ein bisschen Streu herausgetragen werden, aber das lässt sich mit einer Matte davor oder einem Staubsaugerroboter sehr gut in den Griff kriegen. Diese Toilette ist also nicht nur für die Katze perfekt, sondern auch für uns, was das Streu angeht.
Ein weiterer Vorteil der hohen Seitenwände zeigt sich bei älteren Katzen oder Katzen mit Gelenkschmerzen. Manchmal senken sie den Popo beim Pinkeln nicht mehr so tief ab, und es kann etwas über den Rand gehen. Mit diesen hohen Wänden ist das nicht mehr möglich und alles landet sicher in der Toilette.
Zusätzlich gibt es Katzen, die im Stehen markieren (sogenannte „Stehpinkler“). Diese Toilette kann auch als Markiertoilette genutzt werden, da sie hoch genug ist, dass die Katze gegen die Innenwand des Klos markieren kann, anstatt an Möbelstücke wie den Sessel. Man kann die Box einfach als Alternative an der bisherigen Markierstelle anbieten.
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Schritt-für-Schritt-Anleitung DIY Katzentoilette
Ich zeige dir jetzt Schritt für Schritt, wie wir die Katzentoilette gebaut haben, worauf du achten solltest und wie sie am Ende auch richtig hübsch wird.
Hier ist schon mal das Endergebnis als Motivation:
Schritt 1: Materialien kaufen und bereitlegen
Was brauchen wir?
- Die Kiste selbst: Ich verwende die SAMLA Box von IKEA in der größten Variante mit den Maßen 78x56x43 cm. Sie kostet 15 €. Du findest so eine große Kiste auch im Action oder kannst sie bei Amazon kaufen.
- Kantenschutzprofil: Ich habe im Baumarkt für ca. 2€ ein U-Profil aus Kunststoff gefunden, online gibt es sogar ein selbstklebendes Kantenschutzprofil* für ca. 8€, das flexibel ist. Das Profil ist dazu da, um die Schnittkante des Einstiegs zu sichern, damit die Katzen sich nicht verletzen.
- Starker Kleber: Falls du das Profil zusätzlich fixieren möchtest (z. B. Alleskleber oder Sekundenkleber).
- Werkzeug: Eine Stichsäge zum Ausschneiden, eine gute Schere oder eine kleine Säge zum Kürzen des Profils und ein Stift zum Anzeichnen (z. B. ein Edding).
Die reinen Materialkosten für diese DIY-Variante belaufen sich auf unter 20 € pro Katzentoilette, was für eine so große und tolle Toilette wirklich unschlagbar ist. Werkzeuge wie eine Stichsäge setze ich voraus oder gehe davon aus, dass du dir kurz eine leihen kannst.
Es gibt auch große Toiletten zu kaufen, aber diese sind oft recht teuer. Ich habe in einem anderen Blogartikel XXL-Katzentoiletten verglichen und in der Größe kosten sie alle zwischen 50-80€ pro Stück.
Schritt 2: Anzeichnen
Nimm dir die die Box und zeichne den Einstieg an. Er sollte ungefähr 10 bis 15 cm vom Boden entfernt sein. Je nach Alter und Beweglichkeit eurer Katze könnt ihr den Einstieg auch tiefer wählen. Von der Breite her sollte der Einstieg mindestens 20 cm betragen. Bedenke dabei: Je größer der Einstieg, desto leichter wird auch Streu herausgetragen. Halte ihn also so klein wie möglich, aber so groß wie nötig.
Zum Anzeichnen habe ich einen Edding verwendet, da ein Kugelschreiber oder Bleistift auf dem Plastik nicht hält. Das ist nicht schlimm, da die Markierung später sowieso weggeschnitten oder vom Kantenschutz überdeckt wird.
Schritt 3: Ausschneiden
Nun schneidest du den Einstieg mit der Stichsäge aus. Halte die Stichsäge ruhig und führe sie ganz langsam. Beginne am besten mit einem Testschnitt in der Mitte des auszuschneidenden Bereichs, um ein Gefühl für das Material und die Stichsäge zu bekommen. Wenn du sicher fühlst, säge langsam entlang der angezeichneten Linie. Das Ausschneiden erfordert etwas Fingerspitzengefühl.
Tipp: Um ein Einreißen des Plastiks zu verhindern, kannst du den Schnittbereich vorher mit Malerkrepp oder einem anderen Klebeband abkleben.
Schritt 4: Einfassen und Ankleben
Als Nächstes muss man die scharfe Schnittkante katzensicher machen, denn sie sollen sich ja nicht beim Einsteigen an den Pfoten verletzen.
Die einfache Methode: Beim allerersten Mal habe ich die Kante einfach mit Panzertape abgeklebt. Das ist eine simple und schnelle Möglichkeit, aber nicht so hübsch, wie mit einem Kantenschutzprofil.
Die schönere Variante: Mit einem U-Profil / Kantenschutzprofil aus dem Baumarkt.
Dazu musst du erst die Länge der Kante messen und dann das Profil zuschneiden. Ich habe es mit einer normalen Schere gekürzt. An den Ecken habe ich es überlappen lassen, da mir ein Gehrungsschnitt (schräger Schnitt) zu kompliziert war.
Schritt 5: Katzenstreu einfüllen
Nun fehlt nur noch das Auffüllen mit dem (richtigen) Katzenstreu auf. Ich kann mein Lieblingsstreu empfehlen, das Premiere Excellent Klumpstreu. Es ist nicht das günstigste, aber es bindet Gerüche hervorragend – selbst wenn man, wie ich, die Katzentoiletten im Wohnzimmer, Flur und Schlafzimmer hat.
Schritt 6: Den richtigen Standort wählen
Wähle einen guten Standort, den deine Katze mag. Das ist individuell verschieden. Manche Katzen mögen abgeschiedene, ruhige Orte, andere bevorzugen einen Platz mitten im Geschehen. Unsere Katzen lieben das Klo im Flur, da sie dort oft vorbeilaufen.
Wichtig: Stell nicht zwei Toiletten direkt nebeneinander. Das wird von eurer Katze als ein einziges, großes Klo wahrgenommen. Sorge für Abstand und verteilt die Toiletten am besten in verschiedenen Räumen oder auf unterschiedlichen Stockwerken (z. B. eins im Bad, eins im Schlafzimmer).
Fazit
Du hast eine richtig supertolle Katzentoilette gebaut und kannst stolz auf dich sein, dass du die Bedürfnisse deiner Katze so ernst nimmst.
Vielleicht überlegst du in Zukunft ja sogar, alle deine Katzentoiletten auf dieses Modell umzustellen. Ich hatte anfangs nur eine dieser großen Toiletten und habe mittlerweile alle drei so umgerüstet.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Nachbauen!
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