Gibt es hoffnungslose Fälle in der Katzenverhaltensberatung?

Inhalt: Gibt es hoffnungslose Fälle in der Katzenverhaltensberatung?

Nein – bisher habe ich noch nie einen hoffnungslosen Fall erlebt. Vom jahrelangen Pinkelkater bis zur dreifachen Zusammenführung gab es bisher immer positive Veränderungen! Aber es gibt Fälle in denen ist mehr Zeit, mehr Geduld und manchmal auch mehr Kreativität im Training erforderlich. Nicht immer funktioniert gleich der erste Ansatz. Manchmal passen auch die Erwartungen der Halter nicht zum Trainingsergebnis. Katzenverhaltensberatung und Training erschafft keine perfekte Katze, sondern kann nur Möglichkeiten aufzeigen wie die Bedürfnisse von allen bestmöglichst im gemeinsamen Zusammenleben erfüllt werden. Es spielen viele unterschiedliche Faktoren mit, wie gut ein Training wirkt. Zum Beispiel wie lange das Problem schon herrscht, wie futtermotiviert die Katze(n) sind, wieviel Zeit der Halter sich Training nehmen kann und ob es auch die Möglichkeit gibt verschiedene Maßnahmen umzusetzen wie regelmäßige Routinen, kurzzeitige Trennung oder auch neue Dinge zu kaufen wie ein Fummelbrett oder ein Clicker. Und manchmal spielt einem das Leben auch dazwischen.

Beispielsweise hatte ich mal einen Fall in dem es um die Vergesellschaftung zweier Katzen ging. Der Fall an sich war sehr vielversprechend, aber die Umstände haben es scheitern lassen. Die eine Katze war eine Freigängerin, der andere eine sehr unterforderter Jungkater, der von seiner Persönlichkeit nicht anders sein könnte als die alteingesessene Katze. Die Halterin wohnte in einer Wohnung, die sich schlecht abtrennen ließ und den Jungkater konnte man kaum alleine lassen, da sie eine Zerstörung der Inneneinrichtung befürchtete.  So war schon die vorübergehende Trennung der zwei Katzen, was nur die Basis des Trainings ist, schon mit großem Aufwand verbunden. Hinzu kam, dass die Halterin überraschend ein Pflegekind bekam und ihr Mann oft auf Geschäftsreisen war, weswegen sie trotz großer Motivation nicht genügend Zeit und Unterstützung hatte, um das Training zur Zusammenführung durchzuführen. Mithilfe des Trainings und den Beschäftigungsmaßnahmen für den Jungkater sind sich die beiden Katzen auch näher gekommen, letztendlich wurde es der Halterin aber auch zu viel. Was verständlich ist, denn sie war mit ihre Pflegekind, ihrem Job und der Abwesenheit Ihres Mannes genug beschäftigt. Hier ist niemand schuld, weder die Halterin, noch die Katzen. Die Umstände waren einfach unglücklich.

So gibt es Fälle an denen wir als Menschen einfach an unsere Grenzen kommen. Aber hoffnungslos sind sie deswegen nicht.

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Über die Autorin

Tina Jäger ist Katzenverhaltensberaterin (ATN) und die Gründerin von Typisch Katze.

Sie hilft dir dabei, deine Katzen besser zu verstehen und individuelle Lösungen für die Verhaltensprobleme deiner Katzen zu finden.

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